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Studie: Wie Spitzenmanager die Digitalisierung voranbringen

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Was bei der Wahl der

Was bei der Wahl der Beteiligungsform zu beachten ist Die Art der Beteiligung an einem Digitalunternehmen ist eine wichtige strategische Frage, die mitentscheidend für Erfolg oder Misserfolg einer Transaktion ist, erklärt Dr. Michael Brellochs, Partner und Mitglied der Practice Groups Aktien- und Kapitalmarktrecht und Gesellschaftsrecht / Mergers & Acquisitions bei Noerr. Auch die Auswirkungen auf die Geschäftsbeziehungen des Start-ups und die Motivation der Mitarbeiter sollten bei der Wahl Beachtung finden. Gibt es Beteiligungsformen, die für digital getriebene M&A-Transaktionen besonders empfehlenswert sind? Die Beteiligungsform ist letztlich immer von der jeweiligen Situation und Zielsetzung abhängig. Es gibt eine Fülle von Motiven für digitalgetriebene M&A-Transaktionen. Deshalb ist es auch gut, dass es so viele verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten für die Zusammenarbeit mit Digitalunternehmen gibt – von Minderheits- über Mehrheitsbeteiligungen bis zur vollständigen Übernahme, oder auch Kooperationen in einem Joint Venture oder einer vertraglichen Partnerschaft. Welche Beteiligungsformen spielen den Erfahrungen zufolge die bedeutendste Rolle? Mit Mehrheitsbeteiligungen wird oft Know-how und Personal für den Konzern eingekauft. Minderheitsbeteiligungen dienen teilweise auch dem Zugang zu einem bestimmten Markt oder einer Technologie. Über Partnerschaften auf vertraglicher Basis wird institutionelles Lernen vollzogen, ohne jedoch eine unternehmerische oder finanzielle Verantwortung für das Digitalunternehmen an sich zu übernehmen. Auf den ersten Blick erscheint eine Mehrheitsbeteiligung die einfachste Form zu sein. Warum wird sie nicht häufiger gewählt? Oft wollen die Gründer sich weiterhin als Unternehmer fühlen und die Mehrheit und damit auch die Kontrolle behalten. Aber auch Konzerne haben teilweise gar kein Interesse an einer Mehrheit, weil damit eine unterneh- 16

merische und finanzielle Verantwortung für die Weiterentwicklung einhergeht. Bei einer Minderheitsbeteiligung können die Gründer mitunter besser gebunden werden; die unternehmerische Verantwortung bleibt bei ihnen. Eine große Rolle spielt auch der Marktauftritt, für den eine Mehrheitsbeteiligung hinderlich sein kann, wenn das Digitalunternehmen unabhängig am Markt auftreten möchte. Warum? Die Frage, wie das übernommene Unternehmen mit dem neuen Gesellschafter im Markt wahrgenommen wird, kann extrem wichtig sein. Es kann sein, dass Bestandskunden sich abwenden, weil sie befürchten, dass Informationen und Know-how an den neuen Eigentümer weitergegeben werden, etwa bei einem IT-Dienstleister für eine bestimmte Branche. Selbst bei einer Minderheitsbeteiligung können solche Probleme entstehen. Gibt es rechtliche Gestaltungsmöglichkeiten, die vor dieser Gefahr schützen? Die gibt es. Das GmbH-Recht sieht Gestaltungsfreiheiten vor, sodass Informationsabflüsse gesteuert oder eingeschränkt werden können. Das Aktienrecht sieht ohnehin nur „ Die Wahl der Beteiligungsform ist von zentraler Bedeutung für den Erfolg einer digital motivierten M&A- Transaktion. “ eingeschränkte Informationsrechte der Aktionäre vor. Aber am Ende ist es immer auch eine Frage des Marktauftritts und der Glaubwürdigkeit. Wenn beiden Partnern einer Transaktion die Unabhängigkeit des Targets sehr wichtig ist, kann eine Partnerschaft auf Vertragsbasis – anstelle einer gesellschaftsrechtlichen Beteiligung – sinnvoll sein. Was muss noch beachtet werden, wenn über eine Mehrheits- oder Minderheitsbeteiligung entschieden wird? Die Liste der Themen ist lang. Neben dem Thema des Informationsflusses an den Gesellschafter sind Personalfragen von zentraler Bedeutung. Bei einer Mehrheitsbeteiligung kann es schwieriger werden, das Gründerteam oder die Personen, die das Geschäftsmodell im Kern ausmachen, bei Laune und an Bord zu halten und gleichzeitig in die Konzernstruktur einzubinden. Das ist eine große Herausforderung. Hierfür gibt es unterschiedliche Modelle. Wie sehen die aus? Eine Variante ist die virtuelle Beteiligung mit Earn-out-Klauseln. Ein Teil des Kaufpreises wird erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgsabhängig bezahlt. Die Gründer partizipieren also am Unternehmenserfolg, für den sie auch selbst verantwortlich sind. So bleiben Motivation, Leistungsanreize und Bindung an das Unternehmen erhalten. 17

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