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Studie zum Krisenmanagement

Datenschutz Top-Risiko für Unternehmen

Krisenmanagementfunktion: Aufgaben In der Regel umfassender Zuständigkeitsbereich Vorbereitung von Notfallplänen 93 Koordination der Reaktion auf einen Krisefall 91 Melde- und Notfallstelle 83 Präventive Schulungen, Risikoeinschätzung 81 Unterstützung Compliance-Prozess, Aufarbeitung von Krisenfällen und Vertrauenswiedererstellung Einhaltung von Rechtspflichten im Krisenfall 79 78 Abwehr von Störungen und Eingriffen im Betriebsverlauf 74 Simulation von Krisenfällen 72 Erstellung von „Failure Lists“ 60 Frage: Welche Aufgaben hat diese Funktion bzw. Abteilung? Basis: 120 Unternehmen, die eine Funktion/Abteilung für Krisenmanagement haben, Angaben in Prozent, Mehrfachangaben möglich. Weniger verbreitet – wenn auch immer noch mehrheitlich genannt (60 Prozent) – ist die Erstellung von sogenannten „Failure Lists“, in denen bisherige Krisenfälle, Schäden durch Angriffe und Compliance- Verstöße als Vorbereitung für künftige Vorfälle bzw. deren Vermeidung dokumentiert werden. Da in den Unternehmen für diese Form der Krisendokumentation unterschiedliche Begrifflichkeiten verwendet werden und sich der eine oder andere Befragte unsicher war, was genau mit dem genannten Begriff gemeint ist, besteht daher die Möglichkeit, dass der tatsächliche Anteil der Unternehmen mit einer entsprechenden Dokumentationspraxis unterschätzt wird. Während die Unternehmen mit einer festen Krisenmanagementfunktion oder -abteilung deren tatsächliches Aufgabenspektrum beschreiben sollten, wurden die Entscheider in den Unternehmen ohne eine solche Funktion oder Abteilung nach ihrer Idealvorstellung von den Pflichten gefragt, die eine solche Krisenmanagementstelle haben sollte. Insgesamt zeigt sich bei diesem Soll-/Ist-Vergleich in fast allen Bereichen, dass das gewünschte Leistungsspektrum umfangreicher ist als das tatsächliche. Am größten ist die (positive) Abweichung zwischen Soll und Ist in den Bereichen Präventivschulungen und Risikoeinschätzung (+14 Prozentpunkte) sowie der Erstellung von Failure Lists (+18 Prozentpunkte). Dass ausgerechnet im Bereich der Prävention und Krisenvorsorge (Schulungen) die tatsächlichen Leistungen deutlich hinter den Erwartungen der Unternehmen an eine Krisenmanagementfunktion zurückbleiben, zeigt eindrücklich, dass sich die Unternehmen solche Abteilungen nicht nur als Krisenreaktionsteam vorstellen, sondern sich davon durchaus eine echte Krisenvorsorge und -prävention versprechen. 16

4.4 Erfahrung macht klug – betroffene Unternehmen erkennen Mehrwert von Maßnahmenplänen In über 60 Prozent der Großunternehmen in Deutschland existieren konkrete Maßnahmenpläne für Krisensituationen, wie beispielsweise Dawn Raids Guidelines, die regeln, wie im Fall einer überraschenden On-Site-Inspektion von Unternehmenseinrichtungen durch Zoll, Staatsanwaltschaft oder Kartell- bzw. Steuerbehörden vorzugehen ist. Anders als bei der Einrichtung fester Krisenmanagementabteilungen (vgl. Kapitel 4.1) gibt es hier zudem einen auffälligen Zusammenhang zwischen der Betroffenheit von Krisensituationen in jüngerer Zeit und der Existenz eines konkreten Krisenplans. So verfügen fast zwei Drittel (65 Prozent) der Unternehmen, die in den vergangenen zwei Jahren Krisenfälle erlebt haben, inzwischen über einen solchen Maßnahmenkatalog; bei den nicht krisenbetroffenen Unternehmen ist es dagegen nur etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent). Ein Ergebnis, das sicherlich auch hier einem gewissen „Lerneffekt“ bei den Entscheidern in deutschen Großunternehmen geschuldet sein dürfte. Erwartungsgemäß existieren in Unternehmen, die über eine Krisenmanagementfunktion verfügen, ganz überwiegend auch festgelegte Maßnahmenpläne für den Umgang mit Krisen (73 Prozent). Vorgaben zur Minimierung von Imageschäden sind etwas weniger verbreitet (71 Prozent). Zum einen könnte dies damit zu tun haben, dass die jeweiligen Maßnahmenpläne oft eher der unmittelbaren technischen Krisenbewältigung dienen und Vorgaben zur Vermeidung oder Eindämmung von Reputationsschäden stattdessen eher im Vorfeld von Krisen verortet werden. Zum anderen könnten Unternehmen aber auch der Meinung sein, dass mit einer bestmöglichen Kommunikationssteuerung im Krisenfall bereits alle Möglichkeiten zur Minimierung von Imageschäden ausgeschöpft sind. Die Entscheider in den Kommunikationsabteilungen bestätigen deutlich häufiger als andere Abteilungen, dass der eigene Krisenplan Vorgaben zur Begrenzung von Reputationsschäden enthält (88 Prozent). Dies deutet darauf hin, dass die Minimierung von Imageschäden vor allem Aufgabe guter Kommunikationssteuerung ist. Existenz eines Maßnahmenplans für Krisensituationen Knapp zwei von drei Unternehmen haben entsprechende Vorbereitungen getroffen und das meist schon seit Jahren 62 % der Unternehmen verfügen über einen Ablauf- oder Maßnahmenplan für Krisenfälle Existenz nach Krisenbetroffenheit 65 % in den letzten zwei Jahren betroffen 54 % in den letzten zwei Jahren nicht betroffen Existenz nach Vorhandensein einer Krisenmanagementfunktion 73 % vorhanden 44 % nicht vorhanden Frage: Gibt es in Ihrem Unternehmen einen Ablauf- oder Maßnahmenplan für Situationen, die in Ihrem Unternehmen in der Vergangenheit als Krisenfälle wahrgenommen wurden, z.B. eine Dawn Raids Guideline? Basis: 201 Unternehmen. 17

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