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Studie zum Krisenmanagement

Datenschutz Top-Risiko für Unternehmen

Da mit zunehmender

Da mit zunehmender Unternehmensgröße zum einen die Anzahl der handelnden Personen zunimmt und zum anderen die Anzahl der Bereiche, in denen krisenauslösende Szenarien denkbar sind, überrascht dieses Ergebnis nicht. Dies bedeutet aber auch, dass größere Unternehmen durch die Vielzahl möglicher Krisenszenarien einer größeren Zahl von Risiken ausgesetzt sind und entsprechend auf mehreren Ebenen Vorkehrungen zur Krisenvorsorge und -bewältigung treffen müssen als kleinere Unternehmen. Im Hinblick auf die Betroffenheit von Krisensituationen fällt zudem auf, dass Unternehmen mit einer speziellen Abteilung oder Funktion für Krisenmanagement in verschiedenen Bereichen seltener von Krisensituationen betroffen sind als Unternehmen ohne eine solche Abteilung oder Funktion. Vor allem bei arbeitsrechtlichen Konflikten, operativen Risiken, Produktfehlern, Verstößen gegen Sicherheitsbestimmungen oder Korruption von innen zeigt sich dies (jeweils um 8 bis 11 Prozentpunkte niedrigere Inzidenzen). Die Existenz einer solchen Koordinationsstelle geht also auch mit einer gewissen krisenvorbeugenden Wirkung einher. Sind im Rahmen einer solchen planmäßig angelegten Krisenmanagementfunktion auch externe Spezialisten (z.B. Rechtsanwälte, Steuerberater, Kommunikationsdienstleister, forensische Dienstleister etc.) personell eingebunden, verstärkt sich dieser Präventiveffekt noch: Diese Unternehmen sind generell seltener von Krisensituationen betroffen als solche, die nicht durch externe Dienstleister beraten werden (65 gegenüber 74 Prozent). Die Mehrzahl der Unternehmen versucht, den Bedarf an professioneller Krisenvorsorge durch die Einrichtung einer unternehmensintern angelegten Abteilung oder Funktion für Krisenmanagement zu decken. Ein erheblicher Teil beteiligt auch externe Dienstleister und Berater, die über die erforderliche Erfahrung mit den jeweiligen Krisensituationen und entsprechendes Know-how verfügen (vgl. Kapitel 4.1 und 4.3). Rund ein Viertel der befragten kapitalmarktorientierten Unternehmen hat ein geringes Vertrauen in ihre Kapitalmarkt-Compliance, obwohl nur wenige der befragten Führungskräfte von tatsächlichen Fällen in der jüngsten Vergangenheit berichten. Nur 2 bis 3 Prozent der kapitalmarktorientierten Unternehmen berichten über entsprechende aktuelle Krisenszenarien. Das Risikopotenzial solcher Compliance-Verstöße basiert also in allen Fällen zum allergrößten Teil auf Befürchtungen des Eintretens dieser Situationen in näherer Zukunft, in den meisten Fällen sogar ausschließlich. In der Vergangenheit von Krisensituationen nicht betroffen Befragte Unternehmen ... ... ohne Krisenmanagementfunktion ... mit Krisenmanagementfunktion ... mit Krisenmanagementfunktion unter Beteiligung externer Dienstleister 26 % 30 % 35 % Frage: Von welchen Krisensituationen war Ihr Unternehmen in den letzten zwei Jahren betroffen? (n=201) Gefiltert nach: „Existiert in Ihrem Unternehmen eine unternehmensintern planmäßig angelegte Funktion oder Abteilung für Krisenmanagement?“ (n=201) und „Wer ist bei Ihnen am Krisenmanagement personell beteiligt?“ (n=120) 8

Hintergrund dürften die zunehmende Regulierung des Kapitalmarktes, ihre Komplexität sowie die Vielzahl unbestimmter Rechtsbegriffe im Rahmen der prinzipienbasierten Regelsetzung unter gleichzeitiger Ausweitung des Sanktionsspektrums sein. Für den Bedarf an Know-how hinsichtlich einer angemessenen Krisenvorsorge in den entsprechenden Bereichen gilt prinzipiell das Gleiche wie für Krisensituationen im Allgemeinen: Er ist vergleichsweise groß. Börsennotierte Unternehmen wurden auch nach spezielleren Krisenfällen gefragt, die ihnen als Akteure am Kapitalmarkt möglicherweise begegnen. Bei allen dieser Krisensituationen geht es in der einen oder anderen Form um Compliance-Verstöße. Insgesamt waren zwei von fünf börsennotierten Unternehmen (41 Prozent) entweder in den vergangenen zwei Jahren selbst von einer solchen Situation betroffen oder halten mindestens eine davon in den nächsten zwei Jahren für möglich. Die häufigsten Unternehmensrisiken am Kapitalmarkt betreffen dabei Aktionen, die Unternehmen den Vorwurf des Insiderhandels einbringen können. Dies kann etwa in der unbefugten Weitergabe von Insiderinformationen, dem Versäumnis der Veröffentlichung von Ad-hoc-Mitteilungen über Insiderinformationen, die den Börsenkurs beeinflussen könnten, oder Insidergeschäften selbst liegen. Jedes vierte kapitalmarktorientierte Unternehmen hält in den kommenden zwei Jahren auch die Beanstandung der Nichtbeachtung aufsichtsrechtlicher Verlautbarungen im Rahmen von Wirtschaftsprüfungen für möglich. Das Versäumnis von Pflichtmeldungen bei Beteiligungsveränderungen nennt jedes fünfte börsennotierte Unternehmen als potenzielle Gefahr und jedes sechste Unternehmen hält andere Verstöße gegen die Marktmissbrauchsverordnung im eigenen Unternehmen zumindest für möglich (z.B. Nicht-Erstellung oder Unvollständigkeit von Insiderlisten oder von Meldungen über Directors' Dealings, Kursmanipulation oder Verstöße gegen Level-II-Maßnahmen oder ESMA-Guidelines). In den letzten zwei Jahren betroffen (%) In den nächsten zwei Jahren möglich (%) Unbefugte Weitergabe von Insiderinformationen 2 28 Nichtbeachtung von aufsichtsrechtlichen Verlautbarungen (Wirtschaftsprüfung, Wertpapierhandels-Compliance) 0 26 Verspätete bzw. unterlassene Ad-hoc-Mitteilungen 3 24 Insider Trading 0 24 Unterlassen von Pflichtmeldungen bei Beteiligungsveränderungen 2 19 Verletzung der sog. Level-II- u. -III-Maßnahmen von Aufsichtsbehörden 0 17 Kurs- und Marktpreismanipulation 0 17 Verletzung von Präventionsvorschriften gegen Marktmissbrauch 0 17 Frage: Speziell im Fall Ihres Unternehmens als Akteur am Kapitalmarkt: Von welchen Krisensituationen war Ihr Unternehmen in den letzten zwei Jahren betroffen bzw. welche dieser Situationen halten Sie in den nächsten zwei Jahren für möglich? Basis: 58 kapitalmarktorientierte Unternehmen, Angaben in Prozent. 9

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